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BURKINA FASO Auch an der Grenze zu Burkina Faso hätten wir wieder ein Geschenk loswerden können.                                 Eine Taschenlampe! Denn als wir in der Abenddämmerung die Abfertigungsbaracken erreichten, mussten die Zöllner und Polizisten sich anstrengen die Papiere lesen zu können. Es gab keinen Strom und somit gestaltete sich diese Prozedur etwas schwierig. Hier bekamen wir das Visa für Burkina Faso für sieben Tage ausgestellt und mussten hierfür 10000CFA (ca. 15 €) bezahlen. In der Dunkelheit fanden wir einen Übernachtungsplatz auf einem Feld und blieben wegen der Dunkelheit (Allah sei Dank) von den nahewohnenden Einheimischen verschont. Aber schon mit Anbruch des Tages, gegen 6 Uhr, vernahmen wir Stimmen, die immer näher kamen. Aus dem Fenster sahen wir Kinder und auch Erwachsene, die sich dem Fahrzeug näherten, aber noch in einem gebührenden Abstand fern hielten, da Blacky an der Leine das Auto bewachte. Ca. 30 Personen sahen sich nun unser Treiben genau an und staunten, die Frauen entfernten sich nach einer gewissen Zeit,denn sie mussten ihre Arbeit verrichten, die Anderen blieben einfach stehen und... gafften. Zum Abschied gab es für Jeden ein Kaugummi und ein heftiges Winken. Burkina Faso wollten wir innerhalb eines Tages direkt durchqueren, da es touristisch total unerschlossen ist und dementsprechend nicht viel zu bieten hat. Diese Durchquerung des Landes führte uns direkt durch die Hauptstadt Ouagadougou. Die Stadt ist gesichtslos, ohne Straßennamen oder irgendwelchen Hinweisschildern. Tagsüber ist die Innenstadt für LKW`s und Wohnmobile gesperrt. Prompt wurden wir auch von zwei Polizisten auf einem Motorrad überholt und durch barsches handzeichen aufgefordert, zu halten. Nix mit Freundlichkeit, ernste Dienstmienke, keine Diskussionenen; „Papiere!“ „Hier dürfen Sie nicht fahren!“ wurden wir aufgeklärt. Petra wollte ablenken und fragte noch geschickt und sehr freundlich nach dem Weg. Unsere Fahrzeugpapier verschwanden in der polizeijacke und die Beamten forderten uns auf, ihnen zur nächsten Wache zu folgen. Eine halbe Stunde kurvten sie mit uns durch die Stadt, bis sie endlich an einer Ausfahrtsstraße am Stadtrand anhielten. Aha! Wir begriffen! Abzockpoint!! Im ersten Moment schien es als würden die Polizisten uns ein Ticket ausstellen und wir sollten unsere Papiere bei der nächsten Dienststelle abholen. Das war uns aber zu müßig!! In dieser Riesenstadt! Wir mit dem LKW!! Alles wieder zurück!! Niemals!!! Auf Petras Frage nach einer sofortigen Ticketregulierung forderte der Polizist 25000 CFA, ca. 40€! Der Spinner, eine Unverschämtheit! Nach einer kurzen Verhandlung „einigten“ wir uns auf 15000 CFA, ca. 15€! Wir steckten den Beiden das Geld in ihren Ticketblock, bekamen unseren KFZ-Schein zurück und zwangen sie uns zum Abschied die Hand zu geben. Sehr peinlich!! Zu unserer Überraschung lotsten sie uns tatsächlich noch aus dieser Großstadt heraus, sodaß wir schnellstens die Strecke nach Ghana fanden. Zu allem Übel und trotz vorsichtiger Fahrweise fuhr Jürgen kurze Zeit später auf de Straße in einem kleinen Dorf eine Ziege tot. Bloß nicht anhalten! Gas geben! Weiterfahren! Sonst kann es zu erheblichen Komplikationen führen. Der Tod der Ziege beschäftigte uns noch Stunden später. Sie war tot, das war defintiv und unser Trost. Aber es hat zu einem wahrscheinlich erheblichen Verlust eines Ziegenbauers geführt. Wir entschlossen nicht anzuhalten und in das Dorf zu gehen, da es dort mit Sicherheit mehrere Besitzer dieser Ziege gegeben hätte und es wäre mit Abstand das wertvollste Tier gewesen. Auch sie hätten uns abgezockt!!! Auf Straßen, die mit europäischen Geldern bezahlt wurden und mit allem ausgestattet sind, wie z.B. Haltebuchten (für wen auch immer), Zebrastreifen (die niemand benutzt), etc. fuhren wir gedankenverloren und mit etwas Wut im Bauch Richtung ghanische Grenze. In Ghana wollen wir das Weihnachtsfest unter Palmen verbringen. Wie das aussieht, das schreiben wir im nächsten Bericht.