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RÜCKREISE Oh nein, nicht über Ougadougou! Ougadougou in Burkina Faso, war es doch die schilderlose Stadt, in der uns auf der Hintour zwei korrupte Polizisten auf einem Motorrad Geld abknöpften. Keine Chance, es war schon spät und wir mussten dort übernachten. Zum Glück hatten wir von mehreren Globetrottern die Adresse des Hotels OK Inn, auf dessen Parkplatz Wohnmobile kostenlos stehen können, die zudem noch mit Argusaugen bewacht werden. Stimmt, hier stand unser WoMo auf einem riesigen, Parkplatz, direkt neben dem Zoll und LKW- und Busbahnhof, ein Watchman (bestochen mit einer Zigarette) bewachte rund um die Uhr das Fahrzeug. Und wir ließen uns ein leckeres Abendessen auf der Terrasse des Hotels, direkt am Swimmingpool, schmecken. So Jürgen, jetzt aber Gas, durch den Süden von Burkina Faso und ab in die nächste Großstadt, unsere “Lieblingsstadt” Bamako. Da man in Mali keinen Führerschein und keine Versicherung für Mopeds benötigt, fahren hier tausende von diesen Dingern, natürlich besonders in den Städten, herum. Jeder, fast jeder, knattert mit so einem Ding durch die Straßen. Sie sind unberechenbar und kommen wie die Ameisen aus allen Gassen. Jürgen hatte schon seine liebe Mühe hier in diesem Gewusel ruhig zu bleiben und sich mit unserem LKW durch das Chaos des Verkehrs zu wühlen. Da wir hier aber unser Visa für Mauretanien beantragen mussten, blieb uns keine andere Wahl und auch die Wahl des Campingplatzes, ein dreckiger, vermüllter Platz, idyllisch gelegen am Niger, wurde unter der oben genannten Absicht, ausgesucht. Da Isaak unser Führer, der uns beim erstmaligen Besuch von Bamako, durch die Großstadt lotste, nicht zu erreichen war, organisierte Petra für den nächsten Tag ein Taxi und einen Fremdenführer, um zielgerichtet und zeitsparend zur Botschaft von Mauretanien zu gelangen. Denn erstens ist freitags die mauretanische Botschaft geschlossen und zweitens hatten wir nicht die Absicht ein komplettes Wochenende in Bamako, auf diesem, wirklich sehr “idyllischen” Platz, zu verbringen. Führer Nr. 2 ließ es sich nicht nehmen, über Führer Nr. 1 (Isaak) her zuziehen und versuchte sich bei uns einzuschmeicheln. Führer Nr. 2 ist ein legaler Führer mit einem Ausweis, Isaak nicht! Führer Nr. 2 kennt Mali besser als Führer Nr. 1, da Führer Nr. 1 nicht aus Mali kommt, sondern aus Burkina Faso! Führer Nr. 2 macht die besseren Preise Petra verhandelte und verabredete sich mit den beiden am nächsten Tag um 8 Uhr. · Donnerstag, 8.00 Uhr! Niemand da! Weder der Taxifahrer, noch der Führer! · Donnerstag, 8.15 Uhr! Niemand da! Weder der Taxifahrer noch der Führer! · Donnerstag, 8.30 Uhr! Niemand da! Petra kochte vor Wut!! Der Angestellte des Campingplatzes organisierte einen Taxifahrer, der aber einen so unverschämten Preis verlangte und auch auf Petras Gegenangebot nicht einging, dass sie auf seine Dienste verzichtete und ihn vom Platz scheuchte. Die Zeit rann, hatte doch an diesem Tag die Botschaft ab 12.30 Uhr geschlossen! Der nächste Taxifahrer, Erklärung... Botschaft, Immigrationservice, Campingplatz. Preis.... Okay! Beide Seiten waren einverstanden! Es konnte endlich losgehen! Rein in das Großstadtgewühl von Bamako! Aber Adama (der Taxifahrer) wusste den Weg und fand zielgerichtet die Botschaft von Mauretanien. Er wartete, während Petra sich um die Visa kümmern wollte. Sie wurde in einen Raum geleitet und wartete ebenfalls. Und wartete! Es wurden keine Formulare zum Ausfüllen ausgegeben, sondern es hieß nur...Warten! Oh, endlich die Reisepässe wurden eingesammelt und ein Gespräch fand statt. Es wurden keine Formulare zum Ausfüllen ausgegeben, sondern es hieß nur... Warten! Petra kochte!! Die Zeit rannte!!! Plötzlich kam der Botschafter auf Petra zu und teilte ihr mit, dasss auch Jürgen hier vorstellig werdenmusste.. Alle Überredungskünste, Jürgen sei noch krank und erschöpft von der Malariakrankheit, halfen nichts. Der Ehemann musste erscheinen. Petra wies auf die Zeit hin. Keine Chance! Der Ehemann muss erscheinen. Dieses war Petra zwar neu, aber sie wollte sich natürlich nicht in Diskussionen verstricken, erkannte die Lage und rannte zum Taxi. Ab zum Campingplatz, um Jürgen zu holen. Adama, dem Taxifahrer wurde die Situation und der Zeitdruck erklärt. Er gab alles, um mit seiner “alten Kutsche” durch das Großstadtgewirr zu kommen. Aber, wir hatten, wie immer, die rote Welle! Oder war an diesem Tag besonders viel Verkehr in der Stadt? Sekunden wurden zu Minuten, Minuten zu Stunden. Endlich der Campingplatz, Jürgen wurde eingeladen (zuvor musste er sich aber noch eine lange Hose anziehen) und dann die ganze Strecke wieder retour, liegt doch die Botschaft am anderen Ende der Stadt. Petra schnallte sich an; hier schnallt sich zwar niemand an, aber Petra schnallte sich an!! Bei dieser Raserei setzte sie auf Sicherheit! Die Konsequenz dieser blöden Anschnallerei sah sie als sie sich abschnallte! Oh nein! Wahrscheinlich hatte noch nie zuvor jemand diesen Gurt benutzt. Ihre eben noch weiße Bluse war braun vor Dreck und Staub. Na, schöne Bescherung. Aber, nicht ärgern, sondern ab in die Botschaft. Es ist 12.15 Uhr! Warten! Ein Angestellter der Botschaft erschien und händigte uns endlich die auszufüllenden Formulare aus! Wir rechneten nicht mehr mit der sofortigen Erledigung der Visaanträge, sondern rechneten eher damit, nun doch das Wochenende in Bamako zu verbringen, aber wir hatten ja noch unseren Joker: Bakschisch! Petra weinte, die Anspannung stieg!! Nach ca. 30 Minuten erschien der Angestellte mit unseren Pässen. Wir guckten erstaunt?! Visaanträge schon bearbeitet!? Tatsächlich, schon alles bearbeitet!! Und der Preis? Nichts! Gar nichts! Weder für die Visabearbeitung (üblicher Weise ca. 22 € pro Pass) noch Bakschisch (üblicher Weise 10 €)!! Wir konnten es nicht glauben, verabschiedeten uns überschwänglich und gingen beschwingt zum Taxi, wo Adama immer noch auf uns wartete. Nun nur noch zum Emigrationservice, um unser Visa für Mali bestätigen zu lassen und dann ab zum Platz, die Sachen packen, denn weiter geht`s Richtung Norden. Adama bekam von uns nicht die verabredete Summe, sondern noch ein saftiges Trinkgeld und ein kleines Geschenk oben drauf. Riesige Freude seinerseits, er tanzte fast vor Glück und wird bestimmt allen in seiner Familie von seinen Erlebnissen berichtet haben. Schon Tage vorher hörten wir von einer Auseinandersetzung zwischen malischen und mauretanischen Grenzern, die sich gegenseitig beschossen und ein Grenzer zu Tode kam. Dementsprechend sollte die Grenze kurzzeitig für Touristen geschlossen sein. Die Botschaft bestätigte diesen Zwischenfall nicht, somit konnten wir unsere geplante Fahrtroute fortsetzen und passierten innerhalb von 30 Minuten die Grenze von Nema. Auf der mauretanischen Seite wankte uns ein Zöllner entgegen, hatte er doch bestimmt zuvor von einigen russischen Fahrzeugen, die uns entgegenkamen, Wodka bekommen. Na dann, Nastrovie!! Die Ost-West-Route in Mauretanien, auch “Straße der Hoffnung” genannt, ist eine mittlerweile geteerte Straße und stellt inzwischen eine wichtige Verbindung zwischen dem einsamen Osten und der Hauptstadt dar. Die Strecke ist hügelig, teilweise mit Gras bewachsene Steppe, zum Teil Wüste aus sich wechselnden Sandfarben. Mal ist der Sand schneeweiß, mal gelblich, mal rötlich. Die Farben sind sehr angenehm für die Augen, die Landschaft, zwischendurch zeigen sich hohe Felsformationen, abwechslungsreich. Dünen in unterschiedlichen Höhen säumen die Straße. An den Straßenrändern reihen sich die Dörfer und Nomadenzelte und immer wieder stellte sich uns die Frage, wovon diese Menschen hier leben. In Mauretanien sahen wir kein einziges Schild einer auslänischen, unterstützenden Organisation. Möchte Mauretanien keine Hilfe von außen? Wir wissen es nicht, werden zu Hause aber darüber recherchieren. Hier an diesen Straßenrändern liegen Hunderte von Tierkadavern; Kamele, Ziegen, Esel, Kühe! Wirlich Hunderte! Entgegen anderer Behauptungen einer renommierten Reiselektüreschreiberin, die behauptet, die Tiere wären angefahren worden, behaupten wir, daß wahrscheinlich fast alle Tiere aus der Wüste kamen, sich hier an der Straße Wasser und Nahrung erhofften, beides natürlich nicht fanden und am Straßenrand völlig entkräftet zusammenbrachen und verendeten. Ebenfalls haben wir auf diesem Straßenabschnitt sind uns die vielen, vielen Fahrzeugpannen, meist auf Grund von abgefahren Reifen, aufgefallen.So konnten wir: 11 LKWs, 6 Bullis,1 Bus, 2 PKWs am Straßenrand liegen sehen. Eine kleine “Michelinboutique”, die sich auf diesem Abschnitt niederließ, macht bestimmt gute Geschäfte. In Boutilimit übernachteten wir in einem, in unserem Reisefüher groß angekündigten, Touristenzentrum. Nur schade, daß kein Tourist da ist. Nur wir zwei. Und dann der Preis: 11€!! Dusche? Die kostet extra: 10€. Spinnen die? Das machen wir erst mal gar nicht!! Aber, vielen Dank für das Gespräch!! Mauretanien hat wahrscheinlich einen ganz, ganz engen Kontakt zu Mercedes, denn in keinem anderen Land Westafrikas haben wir so viele Fahrzeuge der eben genannten Marke gesehen, wie hier. Meist sind es die alten 190er, die hier die Straßen behaupten. Wieder über Nouakchott, der Hauptstadt Mauretaniens, wieder mit Übernachtung in der Auberge Menata zuckelten wir am nächsten Tag die wenig interessante Strecke in den Norden, begleitet von heftigen Sandstürmen. Diese Strecke ist erst seit zwei Jahren geteert, musste man doch die Jahre vorher immer die Strandpiste von Süd nach Nord oder umgekehrt fahren und brauchte dementsprechend meist 4-5 Tage, da man Ebbe und Flut abwarten musste. Auf dieser Strecke (ca. 450 km) wurden wir 9 mal kontrolliert: 1 x Polizei,5x Gendarmerie,2x Zoll,1x Survellances,2x wurde von uns ein Geschenk verlangt (ein Polizist wollte doch glatt unsere Mag Light haben, bekam aber von Petra ein Licht in Form eines Feuerzeugs. Wir aber bewegten uns auf einer gut ausgebauten Straße vorwärts und schafften es an einem Tag die Grenze zu Marokko zu erreichen. Schon 100km vor der Grenze wurde Petra angespannt und leicht nervös, denn niemand weiß so genau, was einen bei den Grenzabfertigungen so erwartet. Aber... die Grenzabwicklung verlief völlig problemlos, der Polizist, der unsere Daten handschriftlich aufnahm, ärgerte sich zwar über die unsinnige Bürokratie, lehnte aber einen Computer aus Deutschland ab, da er keinen Strom und auch keinen Diesel für einen Generator hat. Also wird weiter Alles handschriftlich in eine dicke Kladde eingetragen. In einem zweiten “Büro” werden unsere Personalien aber in einen Computer eingetippt. Der Polizist bekam einen Computer geschenkt, finanzierte den Diesel für den Generator aus eigener Tasche. Er war sichtlich stolz darauf, blinzelte angestrengt auf den kleinen Bildschirm. Petra konnte erkennen, dass er schlecht lesen konnte, benötigte er doch viel Zeit, um die Buchstaben zu erkennen. Da war doch was? Petra erinnerte sich, kramte in ihrer Tasche und wurde fündig. Eine Lesebrille für 2.95€ aus irgendeinem Kaufhaus in Europa. Sie setzte diese dem Polizisten auf die Nase und dieser hatte ein regelrechtes AHA-Erlebnis. Er strahlte über das ganze Gesicht und sah erstaunt auf den Bildschirm und in die Pässe. Wahrscheinlich hat er noch nie zuvor so deutlich sehen können. So haben wir wieder einmal einen Menschen glücklich gemacht! So einfach geht das manchmal! Und dann ist auch die Freude auf unserer Seite. In Marokko streben wir den Rentnerplatz vor Dahkla an. Hier verbringen Rentner aus dem europäischen Ausland die Wintermonate mit Kitesurfen, Strandsegeln, Buggyfahren oder einfach nur sonnenbaden. Der Platz, wunderschön an einer Lagune gelegen, ist kostenlos. Auch wir wollen 2-3 Tagen nach unserer schnellen Rückreise hier verbringen, um zu entspannen, entschließen uns aber, auf Grund der schlechten Wetterlage (es stürmt, der Sand fliegt uns um die Ohren und es ist kalt), weiterzureisen. Wie machen auf der lang gezogenen Strecke Richtung Norden mehrmals Station, aber keine hat uns so gut gefallen, wie Essouira. Ein kleines, überschaubares, sehr gepflegtes Städtchen mit viel Flair, direkt am Atlantik. Bäume und Palmen säumen die Straße, Blumenrabatten sind angelegt, die Geschäftsinhaber sind niemals aufdringlich. Hier bleiben wir einen 2. Tag und bummeln durch die Stadt, setzen uns in eines der Straßencafés und genießen. Wann haben wir das eigentlich zum letzten Mal gemacht? Wir können uns nicht mehr erinnern!! Am letzten Platz in Mouley Bousselham, 120 km südlich von Tanger, planten wir das Auto zu säubern und TD (technischer Dienst) als auch ID (Innendienst) zu verrichten. Doch das Wetter machte uns wieder einmal einen Strich durch die Rechnung. Es stürmte und regnete so sehr, dass wir kaum einen Fuß vor die Tür machen konnten und auch Blacky sich schwer zum Gassigehen bewegen ließ. So konnten wir auch diesen Platz, auch wunderschön an einer Lagune gelegen, nicht genießen, konnten nicht die Fischer beobachten, die abends mit ihren Booten raus fuhren, konnten nicht erkennen, wie sich Kormorane auf einer Sandbank vesammelten. Schade!! Denn dieser Platz mit dem dazugehörigen am Hang liegenden Örtchen ist es Wert ein paar Tage dort zu verweilen. In diesen Tagen verwandelte sich der Campingplatz in eine Seenplatte und so mußte Jürgen doch tatsächlich noch seine Gummistiefel rausholen. Die Plastikmobile hatten nachts auf Grund des Sturms schon ihre Position gewechselt, Mülleimer flogen durch die Gegend, aber auch unsere Klappen an den Fenstern klapperten verdächtig, sodass wir sie nachts schlossen. Wollten wir die letzten Tage Marokko aus dem Liegestuhl betrachten, machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Am 02.02.09 fuhren wir dann Richtung Tanger, um abends um 23.55 Uhr mit der “Grandi Navi Veloci” nach Genua zu verschiffen. Schon gegen 18 Uhr, getrieben von Petra, trafen wir im Hafen ein, wo uns einige Schlepper behilflich sein wollten. Natürlich nicht umsonst, nein 20€ forderten sie dreist. Also so was!! Das können wir alles alleine! Vielen Dank! Also Fiche ausgefüllt, Ticket ändern lassen von Innen- zur Außenkabine, dann zur Polizei, Fiche abgeben, Ausreisestempel abholen, in die Fahrzeugreihe einfügen. Und immer wieder Polizisten mit Trillerpfeifen, 1m vorfahren, stehen bleiben, Auto ausmachen, Trillerpfeife, der Polizist weist uns an wieder einen halben Meter vorzufahren, Auto ausmachen, Pause. Weiter. Zwischendurch holt ein Zöllner die Ausreisescheine für das Fahrzeug ab und wir müssen höllisch aufpassen, daß wir auch die Richtigen wieder zurückbekommen. Nicht, dass es uns so geht wie bei der Einreise und wir mit den Papieren von Hassan weiterfahren. Petra steigt aus, um zu gucken, warum das Ganze so schleppend vorwärts geht. Also jedes, aber auch jedes Fahrzeug wird mehr oder wenig gründlich kontrolliert. Auf Drogen und Illegale, die unbedingt nach Europa reisen wollen und sich an den unmöglichsten Stellen im und am Fahrzeug verstecken. Viele Fahrzeughalter müssen ihr gesamtes Hab und Gut auspacken, es wird kontrolliert, geklopft, geschaut, alles wieder einpacken. Diese ganze Prozedur dauert eben ihre Zeit, aber endlich, endlich sind wir an der Reihe. Wir dürfen vorfahren! Jürgen hupt einen PKW Fahrer an, der just in dem Moment seine Tür aufreißen will als wir an ihm vorbeifahren. Einer der Zöllner war aber der Meinung, daß das Gehupe ihm geheißen hätte, pfiff lautstark auf seiner Trillerpfeife und winkte uns rechts raus.... zum Warten! Jetzt wurde Jürgen aber elektrisch, ist doch das Warten allein schon ziemlich nervig. Er stieg aus, fragte den Zöllner nach seinem Namen und den Namen seines Chefs und gab sich als Polizist in Deutschland aus. Kurzes Getuschel unter den zwei weiteren Zöllnern, unser Auto wurde schnellstens kontrolliert (sogar die Kassette der Chemietoilette) und Jürgen wurde als “my friend” betitelt und durfte weiterfahren. So nachdem wir nun die erste Prozedur hinter uns hatten, konnten wir aufatmen, glaubten wir, denn wir wollten nun ja schnellstmöglich auf den Dampfer. Also, wieder einreihen! Doch Pustekuchen, jetzt lag die nächste Prozedur in italienischer Hand. Wieder wurden die Autofahrer mit Trillerpfeifen zurechtgewiesen, die eine Pfeife wußte nicht was die Andere pfiff; Jürgen mußte stundenlang weit hinten stehen bleiben weil unser WoMO angeblich ein LKW war, versuchte sich aber in der drängelnden Fahrzeugmasse forzubewegen, wurde von einem Security-Menschen zurechtgewiesen, aber Jürgen fuhr trotzdem weiter; Jürgen sollte seine Schlüsel abgeben; Jürgen schnaubte und fragte den Mann, ob er noch alle T...... (Ihr wisst schon). Es wurde weiter gedrängelt, der Security-Mann holte seinen Chef, dieser löste das Problem, indem Jürgen und unser Deutz, nach einer kurzen Kontrolle des Innenraums, endlich... endlich auf dem Dampfer fahren konnte. Zwischenzeitlich verbrachte Petra ca. 2 Stunden mit Blacky an der Leine im Hafen, da wir Blacky schon immer vor der Einschiffung aus dem Auto holen (wir können im Schiff unsere Leiter nicht ausfahren) und Petra mit ihm dann zu Fuß auf das Schiff geht. Das Schlimme an der Sache war nur, daß es regnete, es regnete in Strömen und es pfiff ein eiskalter Wind. Es war s..kalt!!! Aber endlich... endlich, ab auf den Dampfer, Blacky in die Hundebox (glaubten wir), unsere Kabine in Augenschein genommen, noch eine Kleinigkeit gegessen, noch eine Runde über das Schiff geschlürt und dann aber ... ab in die Falle. Mittlerweile war es bereits 2.30 Uhr, das Schiff sollte um 23.55Uhr ablegen, wir lagen bereits in unseren Betten, aber das Schiff immer noch an der Kaimauer. Na dann, gute Nacht! Am nächsten Morgen stellten wir fest, daß wir Blacky in der gestrigen, tiefdunklen Nacht nicht in der Hundebox, sondern in einer Katzenbox untergebracht hatten. Der arme Hund, musste er sich doch die ganze Nacht in dieser kleinen Box abquälen. Aber, er freute sich riesig über unser Wiedersehen und bezog sein neues Quartier, nun endlich in einer komfortablen Hundebox. Nach einem mäßigen Frühstück mit 1 Croissant, 1 Päckchen Butter, 1 Päckchen Marmelade, 2 Zwiebäcken und 1 Tasse Tee/ Kaffee erkundeten wir das italienische Schiff GRANDI NAVI VELOCI und stellten mit Erstaunen oder eher mit Entsetzen fest, daß innerhalb der paar Stunden auf dem Schiff das Gro der Passagiere das Schiff in einen Chaoshaufen verwandelt hatte. Überall, wirklich überall, wo schöne Sitzecken eigendlich zum Verweilen einladen sollten, lagen Menschen, Decken, Kissen Taschen und sonstiges Gepäck. Die Außendecks waren bevölkert, überall, aber auch wirklich überall, wurde hingerotzt und die Zigarettenkippen hingeschmissen. Überall, aber auch wirklich überall, lag Müll. Hatte uns die Sachbearbeiterin von SaharaWings nicht gesagt, daß wir uns auf dieser Fähre wie im Urlaub fühlen würden! Keine Spur! Wie gesagt, die Sitzecken waren anderweitig belegt, die Bars, Cafés geschlossen, die mitfahrenden Passagiere laut und rücksichtslos. Keine Spur von Urlaub! Einfach nur nervig! Ein Zwischenstopp in Barcelona dauerte länger als geplant, sodass wir mit ca. einem Tag Verspätung endlich in Genua ankamen. Europa hatte uns wieder. Nun ging es mit einigen Zwischenstopps und Treffen der Freunde Richtung Heimat, in der wir uns natürlich auf ein Wiedersehen mit Kindern und Enkelkindern freuten, Zeit nehmen, um die neue Route festzulegen und natürlich unserem Deutz eine keine Auszeit zu gönnen und um einige Reparaturen vorzunehmen. Wie unsere weitere Route verläuft, entscheiden wir in den nächsten Wochen! Zur Diskussion stehen: Südafrika,Südamerika,der Osten.Wir sind gespannt, wie wir uns entscheiden!!